Die Achtsamkeitspraxis -­ bzw. Elemente daraus – hat sowohl in meiner persönlichen Übungspraxis, als auch in meinem Unterricht im Laufe der Zeit immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Achtsamkeit ist vor allem in der buddhistischen Lehre und Meditationspraxis zu finden.

Der Buddha hat die „vier Grundlagen der Achtsamkeit“ gelehrt.
Diese sind:

1. Achtsamkeit auf den ganzen Körper

2. Achtsamkeit auf die Gefühle/Empfindungen

3. Achtsamkeit auf den Geist

4. Achtsamkeit auf die Geistesobjekte

Dies hier ist natürlich nur eine sehr verkürzte Beschreibung.

Achtsamkeit ist allerdings nur die gängige Übersetzung des Wortes „sati“ (Pali) bzw. „smrti“ (Sanskrit). Mögliche Übersetzungen sind zum Beispiel: Geistesgegenwart, Gewahrsein, Gewahrbleiben, Vergegenwärtigung, Wachsamkeit, Innewerden, inneres Augenmerk, Präsenz… Im Englischen hat sich das Kunstwort „mindfulness“ entwickelt und im Deutschen „Achtsamkeit“. Die bei uns im Alltag gebräuchliche „Achtsamkeit“ erfährt hier aber eine Bedeutungsverschiebung. Manche verwechseln Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. Achtsamkeit meint nicht so sehr Entspannung oder Versenkung -­ was aber eine Folge der Achtsamkeitspraxis sein kann.

Achtsamkeit selber ist der Akt des Achtsamseins.

Bei der Achtsamkeit geht es vor allem darum, den Geist dorthin zu bringen, wo der Körper immer ist ‐ im hier und jetzt. Die Wahrnehmung des aktuellen Augenblicks zu verbessern und das Hier und Jetzt bewusster zu erleben.

Das soll dann nicht nur Teil des Qigongunterrichtes sein, sondern kann und soll in allen Bereichen des Alltags mitgenommen werden.

Ein Weiser wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so gelassen sein könne. Er antwortete:

„Wenn ich stehe, dann stehe ich;
wenn ich gehe, dann gehe ich;
wenn ich sitze, dann sitze ich;
wenn ich esse, dann esse ich;
wenn ich spreche, dann spreche ich …
Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort.
Das tun wir auch, aber was machst du noch darüber hinaus?
Er sagte wiederum:
Wenn ich stehe, dann stehe ich;
wenn ich gehe, dann gehe ich;
wenn ich sitze, dann sitze ich;
wenn ich esse, dann esse ich;
wenn ich spreche, dann spreche ich …
Wieder sagten die Leute:
Das tun wir doch auch. Er aber sagte zu ihnen: Nein,
wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon;
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon;
wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.“

Quelle unbekannt

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